Wie sieht eine perfekte Gehmeditation aus?

Jeder wird seine perfekte Gehmeditation auf seine eigene Art und Weise erleben. Und jede Meditation ist in ihrem Sinne perfekt und wird dir helfen, dich (noch) besser wahrzunehmen. Wichtig ist, dass du dich nicht stressen lässt. Manchmal nimmt man sich vor, dass man eine Meditation in Bewegung machen möchte, stellt nach den ersten Schritten aber fest, dass einem doch eher nach Sitzen oder Liegen ist. So what! Lass dich darauf ein.

Wenn du
Anfänger bist, möchten wir dir hier trotzdem eine Anleitung für eine Gehmeditation geben:

Gehmeditation Anleitung


Deine Vorbereitungen für deine Meditationszeit sind abgeschlossen. Du hast dich in bequeme Klamotten, der Strecke entsprechend, geworfen und deinen Ort für deine Gehmeditation gewählt. Dein Weg wird dich an einem See entlang führen. Ein See, welchen du vielleicht mit freudigen Kindheitserinnerungen verbindest. Im Moment fühlt sich dein Körper sehr angespannt an, du machst dir Sorgen über deine Zukunft, fühlst dich gehetzt und bist immer wieder sehr unruhig. Du weißt, so geht es nicht weiter und dein Denken beeinflusst dein Handeln.

Jetzt, wo du deinen Ort erreicht hast, atmest du ein paar Mal ganz tief ein und wieder aus. Mit jedem Atemzug spürst du, wie dein Körper sich wohliger anfühlt. Was denkst du gerade dabei? Lass die Gedanken und Gefühle da sein, gib dir zur Ankunft einige Minuten Zeit dafür. Spüre rein in deinen Kopf, deinen Nacken und deine Arme und Beine. Langsam beginnst du nun deinen Weg Schritt für Schritt mit aufgerichteten Schultern zu gehen. Dein Blick ist nach vorne gerichtet und du nimmst den Geruch des Spätsommers bewusst wahr.

In der Nähe befinden sich Brombeerhecken, welche einen süßlichen Geruch verströmen. Der laue Wind streift durch deine Haare und Vögel zwitschern im Hintergrund. Die leichten Wellen des Sees sind kaum zu hören, aber diese zu sehen beruhigen dich. Dein Ärger von der Arbeit ist mittlerweile fast vergessen, du genießt diese Zeit mit dir selbst. Deine Gedanken bewegen sich in Richtung Zukunft. Plötzlich hast du das Gefühl einer stärkeren Anspannung, dein Schritt wird etwas schneller. Und wieder atmest du ganz bewusst tiefer und tiefer. Du weißt, dass du deine Angst wandeln darfst. An den Füßen spürst du nun den Sand, welcher am Ufer des Sees wie ein kleiner Strand aufgeschüttet wurde. Achtsam gräbst du bei langsamen Schritten deine Zehe tiefer und rollst deine Füße besonders genau dabei ab. Weiter hinten siehst du ein kleines weißes Segelboot. Atme auch hier wieder tief ein und aus. Hole dir die Kraft und Energie aus diesem wunderschönen Moment.

Setz dich in Gedanken auf das kleine Segelboot und schau dir deine Zukunftsängste von der Seeseite an? Was möchtest du wirklich von dir? Ist die Situation wirklich so schlimm, wie dein Verstand dir gerade mitteilen möchte? Welche Erwartungen begleiten dich in deinem Alltag? Sind das deine eigenen Erwartungen? Oder die von deinem Umfeld. Schaue mit deinem inneren Auge genau hin! Intuitiv wirst du spüren, wohin dich die leichten Wellen des Sees tragen. Gehe Schritt für Schritt in deine gewünschte Richtung dabei weiter.

Spüre nun wie sich die Leichtigkeit breitmacht. Wasser kennt keine Grenzen! Wasser fließt aus einer Quelle der reinen Natur. Und du darfst dich an dieser Quelle bedienen. Schöpfe die Ruhe, die Gleichmäßigkeit und die Energie aus dieser Situation! Dein Weg führt dich nun zurück vom Ufer auf deinen Weg! Du nimmst in deinem Geist eine andere Form der Ruhe wahr. Aus deiner anfänglichen Hektik ist ein für dich passender Rhythmus geworden. Wolken ziehen am Himmel vorbei und verändern dabei das Licht zwischen Sonne und Schatten. Du siehst es und erkennst, dass deine Sorgen vom Segelboot betrachtet an ihrer Bedrohlichkeit verlieren. Ein warmes Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen darfst du nun innerlich wahrnehmen. Zentriert und gestärkt stehst du mit beiden Beinen nun auf dem Boden. Nun atmest du noch einige Male tief ein und aus, wenn du magst streckst du deine Arme in den Himmel, schüttelst deine Beine etwas aus und kommst wieder ganz ins Hier und Jetzt!

Diese einfache Übung der Gehmeditation kannst du selbstverständlich mit deinen eigenen Eindrücken erweitern oder verändern. Du solltest dich jedoch darauf einlassen können, als mutiger Beobachter deiner Selbst unterwegs zu sein. Wenn dir das tiefe Ein- und Ausatmen alleine schwerfällt, dann übe das vorher zu Hause oder bei deinen alltäglichen Situationen! Vielleicht magst du auch vorher mit einigen Atemmeditationen starten, damit du hierfür ein gutes Körpergefühl bekommst. Die Länge und die Geschwindigkeit deiner bewegenden Meditation bestimmst ganz alleine du! Es ist egal ob du 30 oder 60 Minuten unterwegs bist, jedoch sollte die Meditation an einem Stück durchgeführt werden. Und wie für alle Meditationsarten gilt, die Regelmäßigkeit bringt den Zauber zu einem erfüllten und zufriedenen Lebensalltag.

Vorlesen

Wenn du keine Lust hast den Test mit der Anleitung für die Gehmeditation zu lesen, dann kannst du ihn dir hier vom Computer vorlesen lassen.