Gehmeditation – Bewegung mit Achtsamkeit


Bewegung und Meditation schließen sich nicht aus! Um Achtsamkeit in sein Leben einzuladen, Bewegung zu integrieren und dabei sich selbst ein Stück näher zu kommen, das alles bietet dir die Gehmeditation. Dabei ist es ganz egal, ob du durch Wiesen, Felder oder entlang eines Sees oder im Wald unterwegs bist. Wichtig wird sein, dass du bereit bist dich mit der Natur und dich selbst in Einklang zu bringen. So wirst du eine Menge über dich lernen und vor allem dein Atem, deine Anspannung und deinen Körper auf eine neue Art und Weise entdecken.

Gehmeditation

Der richtige Ort für achtsames Gehen

Eine Gehmeditation ist nicht einfach laufen. Klar kannst du deine Geschwindigkeit deinen Bedürfnissen anpassen, jedoch ist es nicht zu verwechseln mit Sport.

Bei einer
Meditationsübung im Gehen darfst du dir bewusst einen schönen Ort mit einer ruhigen Strecke aussuchen. Plane deine Strecke am Anfang für ca. 30 Minuten ein.
Wälder oder Wanderwege entlang von Seen oder Felder eignen sich hervorragend. So sollte der Untergrund nicht einfach nur asphaltiert sein, sondern dir die
Möglichkeit bieten, durch achtsames Laufen Unebenheiten zu spüren und Unterschiede zwischen weichen und harten Untergründen (z.B. im Wald das Moos, Blätter, etc.) wahrzunehmen. Sand oder Gras eignen sich hervorragend, um eine Gehmeditation barfuss zu machen, denn die Sinne werden zusätzlich angeregt. So kannst du das leichte Kitzeln im Gras spüren, den Sand an den Füßen und den leichten Wind, welcher an deinen nackten Beinen vorbeiweht.
Natürlich sollte dein gewählter Ort ruhig sein, und er sollte dein
Wohlbefinden stärken. Wenn du also eher ängstlich alleine im Wald bist, macht es absolut keinen Sinn sich so einen Weg auszusuchen, denn die Gedanken werden wohl eher in Richtung „Hoffentlich passiert mir nichts!“ gehen.
Dasselbe gilt natürlich für Wasser, Berge und einsame Landschaftsstriche. Falls du einen Garten mit etwas Rasenfläche hast, kannst du selbstverständlich auch dort üben. Wichtig ist, du fühlst dich wohl und es ist für dein
Bauchgefühl stimmig. Denn dann steht einer wirkungsvollen Meditation nichts mehr im Wege.

Schritt für Schritt schärfst du deine Sinne

Was spürst du auf deinem Weg an deinen Füßen, welche dich schon dein Leben lang durch die Welt tragen? Der richtige Ort ist natürlich auch entscheidend dafür, dass du achtsam die Gerüche und Geräusche aufnimmst. Wenn du im Wald unterwegs bist, wird es sicher eher ein Rascheln, Knistern oder Knacken sein, was deine Ohren zu hören bekommen. Das Wiegen der Baumkronen im Wind, kannst du sie hören? Das Zwitschern der Vögel? Der Geruch von Moos und Laub, steigt in die Nase. Und du setzt einen Schritt vor den anderen, ganz bewusst gehst du nun los. Wie fühlt sich dein Körper gerade an? Was hörst du im Außen? Und was erzählen dir deine Gedanken?

Lass dich darauf ein, dass die nächsten 30 Minuten nur deinem wunderbaren
Körpergefühl gehören. Schaue nach vorne und entdecke dein Umfeld. Atme tief ein und wieder aus! Immer wieder und ganz bewusst atmest du nun tief in den Bauch ein und im Anschluss wieder aus. Finde deinen Rhythmus dabei, 2 Schritte einatmen und 2 Schritte ausatmen. Und genieße, wie sich dein Geist immer mehr beruhigt.
Sieh genau hin, was dir begegnet und dir zu Füßen liegt. Kannst du die Geschenke der Natur auch schmecken? Während wir an den Meeren eher salzige Luft auf unserer Haut tragen, so schmecken wir auch an allen anderen Orten etwas
Natur. Die frisch gemähte Wiese, das abgeerntete Feld oder der Wald im Spätsommer, viele Orte bieten da einige Highlights.

Bei deiner
Meditationsübung im Gehen geht es als darum, dass du deine Sinne ganz bewusst und ohne Zwang wahrnimmst. Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen versetzen dich in eine ganz natürliche und gesunde Anspannung, welche durch deine Bewegung und der Aufnahme von Sauerstoff Schritt für Schritt zu allen Zellen deines Körpers transportiert wird.

Sollte es dir die ersten Male nicht gleich gelingen, ist das überhaupt kein Problem. Versuch dich in dem Fall auf 1-2 Sinne zu fokussieren. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, eignen sich Sehen und Fühlen sehr gut, denn während deine Füße die Unebenheiten fühlen, sorgen deine Augen dafür, dass du genau hinsiehst, wo du lang läufst.
Je öfter du deine Meditationsübungen machst, je besser wird es dir gelingen alle Empfindungen bewusst zu integrieren.

Gedankenlos in der Natur

Jetzt, wo du dein Körpergefühl bewusst ein- und wahrgenommen hast, ist es Zeit sich um deine Gedanken zu kümmern.

Was denkst du bei deinem Weg? Spürst du Freude beim Laufen oder überkommen dich Sorgen und Hektik? Du darfst nun achtsam dein Tempo anpassen! Wenn du dich getrieben fühlst, schalte einen Gang runter. Gehe ganz langsam und richte dich auf dabei. Versuche deinen Rücken gerade zu halten und vergiss dabei nicht, tief in den Bauch zu atmen.

Es ist völlig verständlich, dass sich die Alltagssorgen zu Wort melden, wenn man mit dem
Meditieren anfängt. Wir sind darauf programmiert immer in Action zu sein. Und es bedarf etwas Übung sich die Gemütlichkeit im Hier und Jetzt bei einer Gehmeditation zu gönnen.
Falls sich Angst machende Gedanken melden, halte an. Umarme dich kräftig dabei selbst oder suche dir einen kräftigen Baum in der Nähe. Sich selbst zu halten oder sich an einer kräftigen Eiche anzulehnen, gibt Kraft und Ruhe.

Welche Gedanken kommen nun in dir hoch? Lasse diese Gefühle und dein Denken zu! Sie möchten wahrgenommen werden, sie sind ja gerade aktuell vorhanden. Es bringt nichts, wenn man sie nun beiseite schieben möchte. Schau sie dir kurz an, wertfrei!

Im
Moment der Meditation ist alles da, was da ist. Alles hat seinen Grund, doch in diesem Moment wirst du es nicht ändern! Dafür hast du später Zeit und mehr Kraft. Du bist es dir wert, dass dein Leben in Fluss ist. Jetzt ist der richtige Moment, seine Träume und Ziele in den Fokus zu rücken.
Sieh die Natur als Lehrer an. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Auch wächst nicht alles gerade und in geordneten Bahnen. Der natürliche Lauf deiner gewählten Umgebung inspiriert dich. Dein
Denken entspannt sich!
Aus negativ und unruhig, wird nun neugierig und vertrauensvoll. Und um
Vertrauen geht es bei einer Gehmeditation wie bei allen anderen Meditationsarten auch.

Im Jetzt anzukommen, seine Wünsche, Träume und Ziele zu erkennen und vertrauensvoll seinen Weg dahin zu beschreiten. Und dafür gehst du nun Schritt für Schritt bis zu deinem gewünschten Ziel.

Aufrichtig seinen Weg gehen

Im doppelten Sinne ist Aufrichtigkeit ein positiver Begleiter bei einer Meditation im Gehen. Zum einen stärkst du deine Körperhaltung. Deine Muskulatur kann sich besser an- und entspannen. Deine Zellen werden besser mit Sauerstoff versorgt, dein Lymphsystem und dein Stoffwechsel können in einem aufgerichteten Körper adäquater arbeiten als in einer ständig gebückten Körperhaltung mit permanent gesenktem Blick.
Mit etwas Übung spürst du deinen zentrierten Halt in deiner Wirbelsäule. Von Kopf bis Fuß darf es sich als
Einheit anfühlen. Auch wenn du viel Ballast auf deinen Schultern trägst, diese ganz absichtlich gerade zu machen, seinem Gesicht einen weiten Blick zu schenken, sorgt bei einer Meditationsübung im Gehen schon für sehr viel positives Lebensgefühl.

Doch aufrichtig seinen Weg zu gehen, heißt auch, dass man ehrlich mit sich umgeht. Was nützen dir die tollen Gedanken, wenn deine Gefühle völlig anders sind? Sei aufrichtig deinen Gefühlen gegenüber, auch den Negativen. Sie führen dich durch dein Leben. Wie kleine Kinder darf man seine Gedanken an die Hand nehmen.
Wut, Ärger und Frust verwandeln sich bei einem ehrlichen
Hinsehen und einem aufrichtigen Gang in liebevolle Freiheit. Meditativ spürst du vielleicht beim Losgehen noch den Groll vom Arbeitstag. Nimm ihn an die Hand, sei ehrlich zu dir und schaue dir an, was dich so verärgert hat. Die Bilder vor deinem inneren Auge, gepaart mit deinen Empfindungen aus der Natur, lassen so viel Handlungsspielraum für dich zu!

Und denke bitte dabei daran, wie großartig es ist, dass du dir diese bewusste
Auszeit für deine Meditation nimmst. Es schützt dich davor, dass du vielleicht beginnst dich zu verurteilen. Denn darum geht es bei einer Meditation nun überhaupt nicht!

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