Stehmeditation - Momente im Stillstand

Im Alltag bleiben wir ungern stehen und doch zwingt uns das Leben oft zu stehenden Pausen. Ob im Supermarkt an der Kasse oder beim anderweitigen Warten in der Schlange. Damit du zukünftig nicht mehr genervt und gestresst bist, wenn du mal warten musst, möchte ich dir die Meditation im Stehen für deine kurze Auszeit vorstellen. Ähnlich wie bei anderen Meditationstechniken geht es auch hier um das achtsame Wahrnehmen und um das regelmäßige Atmen in deinen Bauch.

Bewährt hat sich die stehende Meditation auch im Wald, für alle diejenigen, welche sich noch nicht ganz auf die Krabbelbewohner einlassen können, welche durchaus bei einer Sitzmeditation im Wald vorkommen können. Aber auch um sich für einen kurzen Moment zu erden, eignet sich die Stehmeditation.

Meditation im Stehen

Steh mit beiden Füßen fest auf der Erde!

Neigst du auch dazu immer mal wieder in Schieflage zu geraten? Ob emotional oder physisch, wer sich im Stehen immer mal wieder aufrichtet und seiner Körperhaltung ein wenig mehr Aufmerksamkeit widmet, tut seiner Seele und auch seinem Rücken viel Gutes. Vielleicht magst du dich mal vor deinen Spiegel stellen, beobachte ob deine Schultern auf gleicher Höhe sind und du einen sicheren, angenehmen und entspannten Stand dabei hast. Wenn die Schultern nicht auf gleicher Höhe sind, probiere gerne folgende Übung aus:

Dein Blick ist für diesen Moment ganz auf dich gerichtet. Du beginnst mit ein paar tiefen Atemzügen, einatmen und wieder ausatmen. Locker deinen Körper, insbesondere deine Beine und Arme. Stehst du angenehm gerade? Sind deine Schultern entspannt? Wenn nicht, ziehe diese ganz nach oben und halte die Spannung für ungefähr 5 Sekunden, danach lässt du sie fallen. Mache diese Übung so lange, bis du ein angenehm entspanntes Gefühl in den Schultern und im Nacken hast. Jetzt achtest du auf deine Füße. Stehen diese fest auf dem Boden? Achte auf deinen Atem und beginne dich bewusst aufzurichten. Stehe gerade und schau im Spiegel das du deine Schultern auf eine Höhe bringst. Welche Gedanken zeigen sich? Nutze diese um deine Aufrichtigkeit dir selbst gegenüber zu betrachten. Dies kannst du gerne zu einem späteren Zeitpunkt genauer unter die Lupe nehmen. Wenn deine Schultern nun gerade sind, deine Beine stehen fest auf dem Boden, atmest du nun von oben nach unten. Sprich vom Kronenchakra bis zum Wurzelchakra. Diese Atemtechnik benötigt ein klein wenig Übung. Aber stresse dich nicht, atme möglichst gleichmäßig und entspannt. Spüre nun noch mal achtsam in deinen Körper, gibt es Unruhe, Anspannung oder blockierte Energien? Fühle hier hinein, zeigen sich dabei Gedanken oder innere Bilder? Kommen Emotionen wie Schuld oder Scham in dir hoch? Alles was hochkommt, wird dir zukünftig dienen. In Liebe und Dankbarkeit darfst du deinen Körper und deinen Geist jetzt annehmen wie er ist. Mit positiven Affirmationen darfst du dich nun selbst auf deinem Weg hin zu deiner inneren Mitte begleiten. Schau dir jetzt noch mal tief in die Augen und wirf noch mal einen Blick auf deine Schultern. Atme bewusst tief ein und wieder aus und bewege deine Arme und Beine nun, um wieder ganz im Hier und Jetzt anzukommen.

Diese Übung sollte ungefähr 5-10 Minuten dauern. Bei regelmäßiger Anwendung stärkst du dein inneres Gleichgewicht und wirst dir selbst gegenüber aufrichtiger in mehrfacher Hinsicht. Für tiefere Lebensthemen eignet sich aber eher die Sitzmeditation oder die Meditation im Liegen.

Die Warteschlange als kleine Auszeit nutzen

Es ist so wie es ist. So sagt es eine alte Zenweisheit. Und wer den Moment achtsam nutzen möchte, darf dies auch gern beim Warten tun. Meditation heißt nicht immer mit geschlossenen Augen sitzend Hände haltend und irgendwelche Themen bearbeiten. Nein Meditation kann weitaus mehr. In der Warteschlange, ob im Supermarkt oder irgendwo anders sind wir von unheimlich vielen äußeren Dingen und Triggern umgeben. Wenn du warten musst, dann nutze deine Sinne und schaue dich um. Achte aufmerksam auf Gerüche, auf eventuelle Hintergrundmusik oder auf die Gespräche der anderen. Was begegnet dir da gerade? Fühlt es sich angenehm an? Kommen Erinnerungen hoch? Alles was sich in diesem Moment zeigt, möchte dir etwas mitteilen und du hast die Möglichkeit mit noch offenen Themen Frieden zu schließen.

Anstatt sich also bei der nächsten Wartezeit zu ärgern, nutze die Zeit um mit deiner gleichmäßigen Atemtechnik und deinen Sinnen neugierig diese Umgebung zu erkunden. Lass dich emotional von anderen Menschen, welche einen anderen Weg des Wartens wählen nicht runterziehen.

„Friede sei mit dir!“

Nun ist die Welt nicht immer und überall für jeden gerecht. Und dennoch sind alte Verhaltensmuster gerne davon geprägt, sich meckernden und jammernden Menschen in Gedanken anzuschließen. Wenn dir in der nächsten Warteschlange oder wo immer du längere Zeit stehen musst solche Menschen begegnen, versuche innerlich den Satz „Friede sei mit dir.“ Ohne diejenigen zu verurteilen oder zu bewerten, wünsche ihnen von Herzen Frieden. Verschwende deine Energie nicht damit, deinen Weg wieder zu verlassen und deine Emotionen durcheinander bringen zu lassen. Deine Energie gehört zu dir. Nutze auch hier gerne wieder die Atemtechnik und das bewusste An- und Entspannen deiner Muskulatur im Schulter- und Nackenbereich. Und spüre achtsam wie sich dein Körper wieder entspannt und du im Geist frei bleibst für deine wirklich eigenen Erfahrungen.

Stillstand im Stehen

Einfach mal stehen bleiben. Davon träumen viele Menschen, und dennoch verbinden die meisten damit etwas Negatives. Meditation im Stehen hilft dabei, Stillstand neu zu betrachten. Qualität braucht Zeit, sagt man so schön. Und ein gesunder Geist benötigt regelmäßige Auszeiten. Mal stehen zu bleiben und inne zu halten, kann so verwerflich also nicht sein. Nutze diesen meditativen Moment im Stehen um deinen Stillstand zu hinterfragen, ihn anzunehmen und lösungsorientiert neu zu entdecken. Eine Stehmeditation eignet sich hervorragend, um für kurze Momente der Beobachter für sich selbst zu sein. Sie hält dich wach und gleichzeitig bist du mit deinen Sinnen sehr verbunden. Ein tolles Werkzeug um in vielen Situationen ein Stück mehr für die eigene Achtsamkeit und innere Ruhe zu tun.

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